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Schweizerinnen vor schwierigen Aufgaben

Eine Woche nach den Männern startet am Mittwoch auch das Nationalteam der Frauen in die 2. Phase der WM-Qualifikation. Die Schweizerinnen werden es in Sofia sehr schwer haben, sich in der Sechsergruppe für die WM 2018 in Japan zu qualifizieren.

Ein ähnlicher Exploit, wie er zuletzt den Männern in Zagreb mit Rang 3 gelungen war, ist den Schweizerinnen nicht zuzutrauen. Das junge Team tritt in der bulgarischen Hauptstadt als krasser Aussenseiter an. Aus der sechs Teams umfassenden Gruppe C kann sich nur der Gruppensieger direkt für die WM-Endrunde qualifizieren, der Zweitplatzierte stösst in die 3. Phase der Qualifikation vor. Diese Ränge liegen für die Schweizerinnen aufgrund der enorm starken Konkurrenz ausser Reichweite.

Die Equipe von Nationaltrainer Timo Lippuner sieht sich in Osteuropa ausserdem mit dem schwerst möglichen Startprogramm konfrontiert. Nach dem Auftaktspiel am Mittwoch gegen den Gastgeber Bulgarien folgt tags darauf das Duell mit der Türkei. Die Türkinnen, die sich zuletzt dreimal in Folge für eine WM qualifiziert haben, sind neben den Bulgarinnen der Topfavorit auf den Gruppensieg.

Deutlich mehr Chancen auf einen Punktgewinn rechnet sich Nationaltrainer Lippuner in den beiden Partien gegen Kosovo und Montenegro aus. "Gegen Kosovo ist ein Sieg Pflicht", hält er fest. "Erwischen wir einen guten Tag, können wir auch Montenegro schlagen." Dies ist den Schweizerinnen bereits im letzten Herbst einmal gelungen. Das 3:2 blieb in der sechs Spiele umfassenden EM-Qualifikation der einzige Sieg. Gegen Rumänien, der letzte Schweizer Gruppengegner in dieser Woche, setzte es damals wie auch gegen Bulgarien eine Niederlage ab.

Die WM-Qualifikation dient dem Frauen-Nationalteam als wichtige Vorbereitung im Hinblick auf die Universiade im August in Taiwan. "Für uns ist es wichtig, dass wir gegen die Topteams so gut wie möglich mithalten können", sagt Lippuner. Es gehe in erster Linie darum, sich zu verbessern und Erfahrungen zu sammeln, "damit wir an der Universiade bereit sind".

Lippuner, der als Klubtrainer in der nächsten Saison beim deutschen Bundesligisten Rote Raben Vilsbiburg eine neue Herausforderung annimmt, muss in der WM-Qualifikation und auch eine Woche später am Volley Masters in Montreux auf einige Spielerinnen verzichten. Diese stehen ihm wegen Prüfungen an der Universität oder am Gymnasium nicht zur Verfügung. So fehlt zum Beispiel Julie Lengweiler vom Schweizer Meister Volero Zürich. Besonders dünn besetzt ist das Team aktuell in der Mitte, da mit Martina Halter, Carole Trösch und Ségolène Girard gleich ein Trio verletzt ausfällt.

Trotz all diesen Absenzen sind die Schweizerinnen mit einem positiven Gefühl nach Bulgarien gereist. Zum Abschluss der Vorbereitung konnte das Team übers Auffahrtswochenende mit zwei Testspiel-Siegen gegen Schweden (3:1 und 3:0) Selbstvertrauen tanken. Nationaltrainer Lippuner wollte die Erfolge "gegen einen ebenbürtigen Gegner" jedoch nicht überbewerten. "Es ging vor allem darum, Abläufe zu optimieren und sich einzuspielen." Natürlich sei es fürs Team aber auch wichtig gewesen, die Vorbereitung mit einem erfolgreichen Erlebnis abzuschliessen.

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Kategorie: Volleyball