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Als junge Studentin in Olomouc im Osten Tschechiens studierte Kateřina Englisch und Sport, wobei Volleyball schon damals für sie weit mehr als nur ein Hobby war. «Volleyball war stets ein wichtiger Teil meines Lebens und bereitete mir grosse Freude, doch mit der Zeit ging diese Freude verloren und es wurde mehr zu Stress als Spass», erinnert sich die heute 34-Jährige. Nach ihrem Studium wollte sie dem nachgehen, was sie schon lange reizte: ein Jahr im Ausland spielen, einfach ausprobieren, ohne später etwas zu bereuen. Aus einem Jahr wurden elf Saisons. Holásková hat gelernt, wieder Freude am Volleyballsport zu finden und sich in einer neuen Sprache und Kultur zurechtzufinden.
Obwohl die gebürtige Tschechin von Beginn an von der Schweizer Mentalität und der Nähe zu den Bergen begeistert war, brachte die Anfangszeit so manche Herausforderung mit sich: Neue Sprache, neues Umfeld, neues Team. Doch davon liess sie sich nicht entmutigen. Denn wer Kateřina kennt, weiss, aufgeben ist nicht ihr Stil.
Als wichtigen Schritt zur Eingewöhnung und zur Integration sah Kateřina das Erlernen der Sprache und das Verstehen der kulturellen Eigenheiten. Um ihr Deutsch zu verbessern, besuchte sie daher regelmässig Sprachkurse und erwarb später, als sie beschloss, in der Schweiz zu unterrichten, das C2-Zertifikat. «Ich finde es sehr wichtig, die Sprache zu beherrschen, wenn man länger in einem Land lebt. Ebenso wichtig ist es, die Kultur zu respektieren und aufmerksam zu beobachten, wie die Dinge hier funktionieren».
Mit der Zeit entwickelte sich dann alles ganz natürlich. Die Berge, der Verein und die Menschen rund um Kanti wuchsen Holásková ans Herz und auch privat fand sie hier ihr Glück. Heute hat die 34-jährige die Balance zwischen ihrer Arbeit als Lehrerin und der Rolle Captain beim VC Kanti Schaffhausen gefunden und bewegt sich zufrieden zwischen Klassenzimmer und Spielfeld.
Kateřina trägt nun schon seit mehreren Jahren die Captain-Binde des VC Kanti Schaffhausen. Eine Rolle, in die die Mitteblockerin mit der Zeit hineingewachsen ist und mit viel Hingabe und Verantwortung ausführt. «Es ist eine Ehre, Kapitänin dieses Teams zu sein. Mit dieser Rolle kommt Verantwortung und ich fühle mich sowohl für die Leistung als auch für den Zusammenhalt des Teams verantwortlich», erklärt sie. Als Captain versteht sie sich als Bindeglied zwischen Trainer und Mannschaft, als jemand, der unterstützt, vermittelt und ehrlich anspricht, wenn etwas nicht gut läuft. Genau diese Haltung verleiht dem Team Stabilität und macht die routinierte Spielerin zu einer verlässlichen Stütze des VC Kanti Schaffhausen.
Denn eines ist klar: Wenn Kateřina etwas macht, dann richtig und immer mit dem Anspruch, ihr Bestes zu geben und sich dabei stetig selbst zu reflektieren und weiterzuentwickeln. «Ich liebe es, an mir selbst zu arbeiten, mich weiterzuentwickeln und meine Fortschritte zu sehen. Es gibt Tage, an denen ich mich nicht gut fühle oder spielerisch nicht alles funktioniert. Aber den Kopf hängen zu lassen, hilft weder mir noch dem Team», sagt sie. Diese Mischung aus Führungsstärke, Disziplin und Leidenschaft macht Kateřina nicht nur zu einer unverzichtbaren Stütze auf dem Feld, sondern auch zu einem Vorbild.
Die laufende Saison wird für Kateřina gleichzeitig die letzte Saison als Spielerin sein. Und für diese hat sie ein klares Ziel vor Augen: Eine Medaille. «Nach dem, was ich in den ersten Spielen gesehen habe, ist eine Medaille auf jeden Fall möglich, und ich würde sehr gerne ein letztes Mal im Finale stehen», sagt Kateřina. Dabei geht es ihr nicht nur um den sportlichen Erfolg, sondern auch darum, eine gute Zeit mit ihrem Team zu verbringen und jede Spielerin in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Damit zeigt die Mittelblockerin, was sie auszeichnet: eine starke Persönlichkeit, die Fähigkeit, sich selbst wie auch andere zu Höchstleistungen zu motivieren und dabei jede Minute auf dem Feld zu geniessen.
Swiss Volley, 14.11.2025