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Julie Hänni: Mit kühlem Kopf und viel Herz in der NLA

#NLAinside | Vom beschaulichen Corminboeuf in die pulsierende Limmatstadt: Julie Hänni hat in dieser Saison den Sprung in die Nationalliga A gewagt. Als Zuspielerin der Volleyball Academy lernt die 20-Jährige gerade, dass Niederlagen zum Wachstum gehören und wie es sich anfühlt, bereits im ersten Spiel als MVP ausgezeichnet zu werden.

Der Wechsel vom NNV FriSpike aus Freiburg zur Volleyball Academy nach Zürich war für Julie Hänni mehr als nur ein Vereinswechsel. Es war der ein grosser Schritt Richtung Profisport. «Ich war stolz, aufgeregt und auch ein bisschen nervös», erinnert sich die junge Freiburgerin an den Moment, als der Wechsel feststand.

Der Ruhepol des Teams

Als Zuspielerin besetzt Julie eine Schlüsselposition. Sie ist die Architektin des Spiels, diejenige, die in hektischen Phasen die Ruhe bewahren muss. «Ich versuche, in schwierigen Momenten ruhig zu bleiben und nur dann emotional zu werden, wenn es das Team braucht», beschreibt sie ihre Rolle. Dass sie im neuen Team und der neuen Liga angekommen ist, bewies sie direkt zum Saisonauftakt: In ihrem allerersten NLA-Spiel wurde sie prompt zur wertvollsten Spielerin (MVP) gewählt.

«Ich versuche, in schwierigen Momenten ruhig zu bleiben und nur dann emotional zu werden, wenn es das Team braucht.»

Julie Hänni

Durchgestartet: Gleich an ihrem ersten NLA-Spiel wurde Julie zur MVP gewählt. (Foto: zVg)

Zwischen Gesetzbüchern und dem Volleyballfeld

Abseits des Feldes ist Julies Leben eng getaktet. Sie studiert Rechtswissenschaften an der Fernuniversität UniDistance und steht kurz vor dem zweiten Semester. Um den Fokus voll auf den Sport legen zu können, wohnt sie in Zürich in einer Wohngemeinschaft mit drei Teamkolleginnen. «Ich habe mich ziemlich gut eingelebt. Zürich ist eine sehr schöne Stadt. Dass ich mit meinen Mitspielerinnen zusammenwohne, hat mir das Einleben sehr erleichtert», sagt sie. Wenn sie nicht gerade Bälle verteilt oder Paragrafen büffelt, liest sie gerne, geht reisen, wenn sie Zeit dafür findet oder verbringt Zeit mit ihrer Familie und ihren Freunden. Wer Julie privat trifft, lernt eine ehrliche und eher ruhige Persönlichkeit kennen. Aber wer sie kennt, weiss auch: Es wird viel gelacht. Sie zum Lachen zu bringen, sei eine der leichtesten Übungen, wie sie sagt.

«Wir konzentrieren uns auf unsere technischen Fortschritte als Team und als einzelne Spielerinnen. Die Ausbildung steht für uns im Zentrum.»

Julie Hänni

Niederlagen als Teil des Lernprozesses

Die Volleyball Academy ist ein Ausbildungsprojekt, das Team extrem jung. In der NLA bedeutet das oft Lehrgeld zahlen. Doch Julie lässt sich davon nicht entmutigen. Niederlagen gehören für sie zum Lernen dazu. «Wir konzentrieren uns auf unsere technischen Fortschritte als Team und als einzelne Spielerinnen. Die Ausbildung steht für uns im Zentrum.» Highlights wie der Heimsieg gegen Genf zeigen ihr, dass der Weg stimmt.

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Ein Blick in die Zukunft

Wo soll die Reise hingehen? Julie hat klare Ziele, bleibt dabei aber bodenständig. Irgendwann möchte sie den Schritt ins Ausland wagen und fürs Nationalteam auflaufen. Sie schaut dabei zu Schweizer Spielerinnen auf, die bereits bewiesen haben, dass man es aus der Schweiz an die internationale Spitze schaffen kann. «Maja Storck, Méline Pierret, Julie Lengweiler und Laura Dervisaj-Künzler, die im vom Volleyball im Ausland leben können, inspirieren mich besonders», sagt Julie.

Bis dahin liegt ihr Fokus auf der Entwicklung in der NLA. Mit ihrem Ehrgeiz und der nötigen Portion Gelassenheit verfolgt sie ihren Weg, immer mit dem Ziel vor Augen, irgendwann selbst eine jener Spielerinnen zu sein, die im Ausland ihre Spuren hinterlassen.

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Swiss Volley, 30.01.2026

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