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Wenn im letzten Spiel des ersten Turniertages Dillier/Flückiger auf Łosiak/Bryl treffen, dürfte die Gefühlswelt bei Łukasz Fijalek und Damian Wojtasik gerade etwas kompliziert sein. Łukasz als Coach von Leo und Luc wird zweifelslos alles versuchen, um sein Team optimal auf das Spiel vorzubereiten. Dabei muss er selbst die Atmosphäre und die Stimmung, die die polnischen Fans für ihr formstarkes Heimteam machen werden, so gut es geht ausblenden. Bartosz Łosiak war ausserdem Trauzeuge an der Hochzeit von Damian, da ist es verständlich, wenn dieser für das polnische Duo mitfiebert.
Łukasz ist seit 2022 Nationaltrainer der Männer bei Swiss Volley, Damian Wojtasik stiess zwei Jahre später als Nationaltrainer der Frauen zum Trainerteam von Swiss Volley dazu. Wir haben den beiden Trainer-Söldnern einige Fragen rund um ihre Heim-EM und ihren Beruf als Beachvolleyball-Coach gestellt:
Damian: Im Alter von 24 Jahren bekam ich die Gelegenheit, Assistenztrainer der polnischen Nationalmannschaft zu werden. Lustigerweise war Łukasz Fijałek der allererste Trainer, von dem ich gelernt habe. Als Trainer leitete ich zunächst die polnischen Nachwuchs-Nationalteams, bevor ich zum Frauen-A-Nationalteam wechselte. Danach zog ich nach Lettland, um mit Tīna Graudiņa und Anastasija Samoilova zu arbeiten. Seit 2024 bin ich hier in der Schweiz als Trainer tätig.
Łukasz: Mein «Abenteuer» begann 2011 als Assistenztrainer der polnischen Beachvolleyball Nationalteams der Männer. Nach den Olympischen Spielen in London wurde ich Cheftrainer der Frauen. Nach den Olympischen Spielen in Rio trainierte ich Frauenteams aus der Slowakei und Deutschland. Zwischen diesen Engagements arbeitete ich zwei Jahre lang auch als Beachvolleyball-Cheftrainer an der Sportmeisterschaftsschule des polnischen Volleyballverbands in Spała. Danach begann mein Abenteuer bei Swiss Volley.
Łukasz: Es ist ein wunderbares Gefühl, im eigenen Land zu spielen. An einem Ort, der für mich so besonders ist wie Stare Jabłonki, wo ich wunderbare Erinnerungen aus vergangenen Jahren habe. Wie beim letztjährigen Turnier in Stare Jabłonki, wo Marco und Leo die Goldmedaille gewonnen haben. Ich werde dieses Gefühl mein Leben lang nie vergessen, als der Schlusspfiff ertönte und wir nur wenige Minuten zuvor im dritten Satz mit 6:13 zurücklagen.
Damian: Das ist definitiv etwas Besonderes, vor allem, weil das Turnier an einem so magischen Ort wie Stare Jabłonki stattfindet. Dort fanden einige der besten Turniere der Welt statt, darunter die Weltmeisterschaften 2013, an denen ich als Spieler teilnehmen durfte. Diese Erinnerungen werden definitiv wieder hochkommen. Überall die eigene Sprache zu hören und so viele Freunde und Familienmitglieder zu sehen, sorgen definitiv für ein wunderbares und angenehmes Gefühl.
Damian: Meine Familie unterstützt meine Karriere voll und ganz und steht hinter meiner Mannschaft. Auch meine Freunde behalten die Ergebnisse genau im Auge. Ich habe auch ein paar gute Beziehungen zu den polnischen Spielern. Ich muss zugeben, dass mein Herz, was die Männer angeht, für Polen schlägt. Bartosz Losiak war Trauzeuge an meiner Hochzeit, also werdet ihr mir sicher verzeihen, wenn ich ihm die Daumen drücke. Zum Glück bin ich Trainer der Frauen, da gibt’s also keinen Interessenkonflikt…
Łukasz: Fast meine ganze Familie wird das Turnier vor Ort mitverfolgen. Es ist zu einer Familientradition geworden; seit Jahren verbringen wir die Zeit während des Turniers gemeinsam in Masuren. Wir mieten jeweils eine Unterkunft in der Nähe. Die Abende verbringen wir damit, gemeinsam zu grillieren und mit den Kindern zu spielen.
Łukasz: Stare Jabłonki ist ein kleines Dorf mit rund sechshundert Einwohnern. Die Ausrichtung von Veranstaltungen wie früher der Weltmeisterschaften und heute der Europameisterschaften macht diesen Ort einzigartig. Der Ort gehört zur Region Masuren. Masuren ist das «Land der tausend Seen» – mit über 2'600 Seen. Es ist ein Paradies für Segler und alle, die Ruhe und Erholung suchen. Überall ist man von Wasser und Wald umgeben.
Viele Fans sind sehr treu und kommen schon seit Jahren nach Stare Jabłonki, genau wie die Fans in Gstaad. Viele von ihnen unterstützen täglich ihre Hallenteams – Hallenvolleyball ist in Polen unglaublich beliebt. Im Sommer jedoch füllen sie die Beach-Tribüne in grosser Zahl und sorgen dort für ein unglaubliches Spektakel. Sie sind auf jeden Fall für ihren sehr lauten Jubel bekannt.
Damian: Beachvolleyball-Fans können sich auf jeden Fall auf ein sehr hohes sportliches Niveau freuen, denn wie wir alle wissen, sichert sich der Sieger ein Ticket für die Olympischen Spiele in LA.
Aber abgesehen vom sportlichen Geschehen wird die Organisation absolut erstklassig sein. Solange das Wetter gut bleibt, wird niemand bereuen, an diesem Event teilgenommen zu haben. Der Veranstalter überrascht immer wieder mit etwas Neuem und sorgt dafür, dass jedes einzelne Detail perfekt geregelt ist.
Swiss Volley, 10.08.2026