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28 Jahren ist die Libera die erfahrenste Spielerin in einem sehr jungen Kader. Die Altersspanne im Team reicht bis zu elf Jahre unter ihr Alter. «Ich übernehme ein wenig die Rolle des Team-Mamis», schmunzelt sie. Es ist eine Rolle, die ihr liegt. Als Captain ist sie die kommunikative Schnittstelle auf dem Feld. Bei ihren vorherigen Stationen Viteos NUC und Volley Lugano konnte Knutti sportlich, mental und persönlich wachsen, was ihr nun zugutekommt. «Bei Infomaniak Genève Volley schätze ich besonders meine grössere Rolle und dass ich auf und neben dem Feld mehr Verantwortung übernehmen und zum Projekt beitragen kann.» Sie will zeigen, dass man auch ohne Gardemasse und Angriffspower ein Team anführen kann: «Mir ist wichtig zu zeigen, dass wir Liberas für diese Rolle nicht zu «klein» sind.»
«Mir ist wichtig zu zeigen, dass wir Liberas für diese Rolle nicht zu «klein» sind.»
Dass Flavia heute wieder mit dieser Energie auf dem Feld steht, war im letzten Jahr nicht selbstverständlich. Eine gebrochene Hand zwang sie zu einer dreieinhalbmonatigen Pause. Das war ihre erste schwere Verletzung inklusive Operation. Für Flavia, die neben dem Leistungssport zu 60 % im Sponsoring und Live Marketing bei der Mobiliar arbeitet, war das Stillhalten eine mentale Zerreissprobe. «Es fiel mir teilweise schwer, geduldig zu bleiben und einfach auf die Heilung zu warten. Nicht aktiv trainieren zu können und bei Spielen nur zuzuschauen, war frustrierend», sagt sie rückblickend. Doch die Krise wurde zur Lehre: Sie lernte sich von einer neuen Seite kennen und kehrte ohne den gewohnten Leistungsdruck, dafür mit purer Spielfreude zurück.
«Es fiel mir teilweise schwer, geduldig zu bleiben und einfach auf die Heilung zu warten.»
Ihre Karriere liest sich wie eine Reise durch die Schweiz: Düdingen, Neuchâtel, Lugano und nun Genf. Die gebürtige Freiburgerin sagt: «Ich glaube, eine meiner Stärken ist, dass ich mich wie ein Chamäleon gut an neue Umgebungen anpassen und mich schnell zuhause fühlen kann.» Sie passt sich an, saugt die Kulturen auf. Während Flavia sich im Tessin bisher am meisten zu Hause fühlte, geniesst sie nun das Genfer Leben. «An einem freien Tag schlafe ich gerne etwas länger, mache morgens Yoga und gehe danach oft mit meinen Teamkolleginnen in der Stadt brunchen. Jede Woche probieren wir einen neuen Spot aus, weil es in Genf so viele tolle Restaurants gibt.» Um dem Stadttrubel zu entkommen, geht das «Landei», wie Flavia sich selbst bezeichnet, gerne am See laufen. «Dort gibt es einen ruhigen Park, das ist definitiv mein Lieblingsort.»
Und wenn es auf dem Feld mal hitzig wird? Dann zeigt sich ihre multikulturelle Laufbahn auch in ihrer Wortwahl: «Eine Zeit lang habe ich auf Italienisch geflucht, mittlerweile rutscht es mir wieder häufiger auf Deutsch heraus», lacht sie.
Trotz des Alltags in der NLA und des spannenden Jobs bei der Mobiliar bleibt das Nationalteam ihr grosser Stolz. «Es ist für mich eine grosse Ehre, die Schweiz vertreten und uns international mit den besten Teams messen zu dürfen.» Mit vielen Spielerinnen stand Flavia schon im Juniorinnennationalteam gemeinsam auf dem Spielfeld. «Wir kennen uns teilweise schon seit wir 14 Jahre alt sind. Gemeinsam haben wir viele Höhen und Tiefen erlebt und unzählige Erinnerungen gesammelt, die uns als Team sehr zusammengeschweisst haben.» Die gemeinsame Reise soll 2027 in einem grossen Highlight gipfeln: «Es wäre natürlich ein riesiger Traum, wenn wir uns für die WM qualifizieren könnten», schwärmt Flavia.
Bis dahin liegt der Fokus aber noch auf der aktuellen Saison mit Genf. Am Samstag steht für Flavia und ihr Team das letzte Spiel der Qualifikationsrunde an, bevor es Richtung Playoffs geht.
«Wir kennen uns teilweise schon seit wir 14 Jahre alt sind. Gemeinsam haben wir viele Höhen und Tiefen erlebt und unzählige Erinnerungen gesammelt, die uns als Team sehr zusammengeschweisst haben.»
Swiss Volley, 13.02.2026