:quality(80)/Persistent%252Fc%252F2%252F4%252Fa%252Fc24ac6cc52e126a352193b25c03df56513c2014f%252FMelanie%252520Cina-2265x907.jpeg)
Wenn Melanie Cina die Turnhalle betritt, ist ein Satz strikt untersagt: «Ich kann das nicht.» Für die 39-jährige Walliserin ist Volleyball weit mehr als nur Taktik und Physis. Seit drei Saisons steht sie als Headcoach an der Seitenlinie von BIWI Volley Franches-Montagnes (VFM) und hat dort eine Kultur aufgebaut, in der man sich gegenseitig stärkt. «Das erste Jahr in der NLB war hilfreich, um Selbstvertrauen zu tanken, das neue Spielsystem zu lernen und gewisse Strukturen im Verein zu verbessern.»
:quality(80)/Persistent%252F7%252Fe%252Fe%252F2%252F7ee25c4eca5deb188044681bf8e2e4f0525e0070%252FWhatsApp%252520Image%2525202026-02-18%252520at%25252014.26.101-2560x1441.jpeg)
Menschlich habe Melanie versucht, eine Teamkultur zu etablieren, in der Konflikte angesprochen werden, Leadership gelebt wird und das Team offen ist, Neues zu lernen und auszuprobieren, sagt sie.
«Women support women – wir stärken uns gegenseitig und fordern uns gleichzeitig heraus.»
Melanie Cinas Coaching-Stil ist geprägt von einer klaren Philosophie: Der Mensch steht im Zentrum. Die Walliserin sucht gezielt die Nähe zu ihren Athletinnen: «Durch regelmässige Einzelgespräche möchte ich möglichst nahe bei der Athletin sein, wissen, was sie gerade beschäftigt, woran sie arbeitet, ihr Feedback geben und den Blick auf die nächsten Spiele richten», sagt sie. Auch der Faktor Spass ist zentral für Melanie: «Ich versuche, die richtige Balance zwischen Performance und Freude zu finden.»
Ihr Ziel für VFM war von Beginn an klar: Weg von der Passivität, hin zur Aggressivität. Das Team soll das Spiel prägen, nicht nur auf den Gegner reagieren. Mit viel Mut will das Team um Cina auch die Playoffs bestreiten: «Wir wollen unser Ziel erreichen und um den fünften Platz spielen. Die Motivation ist nach wie vor sehr gross – nicht nur bei mir, sondern auch im Team. Wir wollen diese letzten Wochen mutig, geschlossen und aggressiv gestalten.»
:quality(80)/Persistent%252F6%252Fd%252Fc%252F7%252F6dc7a56265b272bcf780c19c3088ad7ec41c1112%252FMelanie-2560x1441.jpeg)
Ihr eigener Weg wurde von grossen Persönlichkeiten des Sports geprägt. Sie lernte Akribie bei Lauren Bertolacci, Strenge und Leidenschaft bei Max Giaccardi und Klarheit in der Kommunikation bei Giovanni Guidetti in Istanbul. Besonders der Austausch unter Frauen ist Cina wichtig. «Lauren hat immer ein offenes Ohr und hat mich auf meinem Weg in die NLA unterstützt. Ich war oft bei ihr im Training. Ihre Disziplin in der Gegneranalyse und in der Teamführung war sehr lehrreich für mich.»
Dass sie als eine von nur zwei Frauen in der NLA eine Headcoach-Rolle bekleidet, sieht Cina als Verpflichtung. Sie will ein Vorbild sein, nicht durch Worte, sondern durch Sichtbarkeit. «Es ist wichtig zu sehen, dass auch Frauen diese Rolle erfolgreich wahrnehmen können – sichtbar sein schafft Möglichkeiten.»
Ihr Rat an junge Trainerinnen ist so direkt wie ihr Spielstil:
«Es ist wichtig zu sehen, dass auch Frauen diese Rolle erfolgreich wahrnehmen können.»
Neben ihrem Engagement im Jura wirkt Melanie seit letztem Jahr als Assistenztrainerin des Juniorinnennationalteams. Während sie im Klub die Gesamtverantwortung trägt, taucht sie beim Nationalteam in die Mikroperspektive ein: Einzelfeedback, technische Feinheiten, Detailanalysen und ein noch direkterer Draht zu den Talenten. «Als Assistant Coach unterstütze ich die Qualität im Detail.»
Im Nationalteam ist die Zeit begrenzt, weshalb Identität und Einheit in kürzester Zeit geschaffen werden müssen. «Es ist immer wieder faszinierend, was möglich ist, wenn sich ein Team schnell findet und gemeinsam an ein Ziel glaubt.» Solche Zyklen will Melanie auch auf Klubebene bewusst gestalten. Dies beispielsweise in der aktuellen Playoff-Phase: «Enger Fokus, klare Rollen, mutiges Auftreten. Genau dort zeigt sich, was eine starke Teamkultur bewirken kann.»
«Es ist immer wieder faszinierend, was möglich ist, wenn sich ein Team schnell findet und gemeinsam an ein Ziel glaubt»
:quality(80)/Persistent%252F2%252F2%252F7%252F5%252F2275c7f876166411f1251e7ee849fc198b7cde9a%252FWhatsApp%252520Image%2525202026-02-18%252520at%25252014.22.3811-1478x832.jpeg)
Nach drei Jahren im Jura wird Melanie Cina VFM Ende Saison verlassen – mit viel Dankbarkeit im Gepäck. «Ich werde auf drei erlebnisreiche Jahre mit BIWI VFM zurückblicken können. Es war sehr spannend, hier im Jura meine ersten Erfahrungen auf höchstem Niveau zu sammeln. Und ich werde immer wieder gerne hierher zurückkehren.»
Doch ihr Feuer für die NLA brennt weiter. Auch wenn sie noch keine Details nennt, verrät Melanie: «Ich werde auch nächstes Jahr in der NLA als Headcoach an der Seitenlinie stehen.»
:quality(80)/Persistent%252F4%252F2%252F3%252Fe%252F423e983986a383f5f6763e74c24bd761428ed380%252F1-1536x864.jpeg)
Swiss Volley, 20.02.2026