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Nach Nervenkrimi-Sieg von Forrer/Vergé-Dépré sind für beide Schweizer Teams die Achtelfinal-Chancen intakt

Ein Optimalstart für Joana Heidrich und Nadine Zumkehr, eine ärgerliche Niederlage für Isabelle Forrer und Anouk Vergé-Dépré im ersten Spiel gegen China und eine grossartige Wende im Abnützungskrimi gegen Australien: Die Chancen auf den Achtelfinal sind für beide Teams intakt – dies die Kurzbilanz nach drei Spielen.

Joana Heidrich (©FIVB)

Nadine Zumkehr (©FIVB)

Anouk Vergé-Dépré (©FIVB)

Isabelle Forrer und Anouk Vergé-Dépré (©FIVB)

Die im Maracana erlebte Eröffnungsfeier hat bei Nadine Zumkehr viele positive Gefühle ausgelöst: „Ich habe die Zeremonie in vollen Zügen genossen und das Olympische Feuer ist definitiv auch bei mir persönlich angekommen.“ Und dieses Feuer entfachten Zumkehr/Heidrich gleich nochmals an der Copacabana im ersten Spiel. Was für ein beeindruckender Einstieg ins Olympische Turnier: Blockstark, nervenstark, fehlerarm – die beiden liessen den vorolympischen deutschen Trainingspartnerinnen Borger/Büthe nicht den Hauch einer Chance. Beeindruckend auch, wie Olympianeuling Joana Heidrich das gewaltige Setting des Stadions wegsteckte und ganz „normal“, will heissen stark, aufspielte.

Anouk löst den Knoten
Isabelle Forrer und Anouk Vergé-Dépré erleben bisher ein Wechselbad der Gefühle: Sie haben sich in einem dramatischen Spiel einen 2:1-Sieg (19:21, 21:16, 21:19) über die Australierinnen Mariafe Artacho/Nicole Laird erkämpft und erwiesen sich in der Endphase als äusserst nervenstark, nachdem zu Beginn die Nerven doch arg geflattert hatten.
„Wir waren nervös und ich habe lange den Rhythmus nicht gefunden“, brachte es Anouk auf den Punkt. A propos Punkt: Manchmal braucht es eben diesen einen, damit man all das, was man eigentlich kann, auch wirklich abrufen kann. Beim Stand von 3:4 im zweiten Satz gelang der Bernerin per Monsterblock ein solcher Wende-Punkt, welcher bei ihr den Knoten (endlich) löste. Sie liess noch fünf weitere Blockpunkte folgen. In einem epischen Endkrimi fiel nach je vier Matchbällen die Entscheidung zugunsten der Schweizerinnen.
„Anouk und Isa sind nicht mit ihrem besten Beachvolleyball ins Turnier gestartet, wodurch sich der Druck extrem erhöht hat“, sagt Cheftrainer Sebastian Beck, „wir sind froh, dass der Krimi zu unseren Gunsten ausgegangen ist. Jetzt können sie freier agieren.“

Das Spiel, das zweimal an- und abgepfiffen wurde
In der ersten Partie hatte es ja eine negative Olympiapremiere gegeben: Die bereits abgepfiffenen Partie gegen China wurde nach Intervention des Referee-Supervisors nochmals aufgenommen, weil die Schiedsrichter eine unberechtigte chinesische Challenge zugelassen hatten. Hätten die Schweizerinnen gleich nach dem Abpfiff Protest eingelegt, hätten sie möglicherweise gute Chancen auf eine Spielwiederholung gehabt.

Der Achtelfinalweg
Für das Erreichen des ersten Meilensteins – der direkten Achtelfinalqualifikation – stehen die Chancen der beiden Teams jetzt (wieder) gut. Heidrich/Zumkehr würden sich mit einem Sieg in der zweiten Partie in der Nacht auf Mittwoch (05.00 Uhr Schweizer Zeit) qualifizieren. Allerdings wartet da mit den kanadischen Aufsteigerinnen Sarah Pavan (196cm!) und Heather Bansley ein harter Brocken. Die Einschätzung von Nadine: „Die Blockerin ist sehr hoch und die Verteidigerin sehr agil und flink. Sie hat in den letzten Jahren eine der grössten Entwicklungen gemacht von allen auf der Tour.“ Deshalb sieht Zumkehr die Kanadierinnen in der Favoritenrolle, aber mit einer sehr guten Leistung seien sie sicher schlagbar.

Forrer/Vergé-Dépré haben mit ihrem Zittersieg ihre Chancen auf den Achtelfinal massiv verbessert und dürfen hoffen, wenigstens zu den zwei besten Gruppendritten zu gehören (= direkter Achtelfinalplatz). Gegen Walsh/Ross im dritten Gruppenspiel in der Nacht auf Donnerstag (02.00 Uhr Schweizer Zeit) können sie (endlich) völlig unbelastet antreten. Wer weiss ...


©Andreas Eisenring

Kategorie: Rio Beach