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Die Tücken des Videobeweises

Ein regeltechnischer Fehler der Schiedsrichter gab beim Startspiel der Beachvolleyballerinnen Isabelle Forrer und Anouk Vergé-Dépré zu reden. Auch wenn sie Recht erhielten, vermochten sie die Niederlage gegen die Chinesinnen Wang Fan/Yue Yuan nicht abzuwenden.

Erstmals an Olympischen Spielen dürfen die Beachvolleyballer den Videobeweis zu Hilfe nehmen, wenn sie mit einem Entscheid des Schiedsrichters nicht einverstanden sind. Eine solche "Challenge" verlangten die Chinesinnen, als sie bei ihrem ersten Matchball im dritten Satz eine klare Netzberührung von Forrer feststellten. Tatsächlich erhielten sie den Punkt vom elektronischen System zugesprochen. Die Schiedsrichter pfiffen die Partie danach ab.

 

Doch die Schweizerinnen insistierten heftig, denn die Chinesinnen verlangten den Videobeweis erst, als der umstrittene Punkt zu Ende gespielt war. Sie hätten stattdessen sofort nicht mehr weiterspielen dürfen. Nach heftigen Diskussionen, unter lauten Pfiffen des Publikums und obwohl die Chinesinnen bereits zum Siegerinterview angesetzt hatten, wurde die Partie noch einmal aufgenommen. Zwei Ballwechsel später war die Niederlage der Schweizerinnen (22:24, 21:18, 12:15) dennoch besiegelt.

 

"Ich habe noch nie gesehen, dass eine Partie nach dem offiziellen Abpfiff noch einmal fortgesetzt wird", sagte Forrer. "Aber wir waren im Recht, und die Schiedsrichter merkten offenbar, dass sie einen Fehler begangen hatten." Die Szene am Ende lenkte davon ab, dass für Forrer/Vergé-Dépré in dieser "Fifty-Fifty-Partie" (Forrer) mehr drin gelegen wäre.

 

Im ersten Satz, in dem heftiger Wind die Bedingungen erschwerte, verspielten die beiden Olympia-Debütantinnen einen 19:17-Vorsprung. "Das kann passieren", sagte Forrer. "Wir haben aber in diesem Durchgang einfach zu wenig gut serviert." Insbesondere kamen Forrer/Vergé-Dépré aber mit dem Service der Chinesinnen nicht zurecht. "Im dritten Satz gewannen sie dann fast alle längeren Ballwechsel, das war die Entscheidung in diesem Spiel", so Forrer weiter.

 

Die Partie gegen die ähnlich stark eingestuften Asiatinnen hatte mit Blick auf die Achtelfinal-Qualifikation bereits wegweisenden Charakter. Nach der Niederlage stehen Forrer/Vergé-Dépré, die bei der Olympia-Hauptprobe auf der World Tour im Frühling in Rio Vierte geworden waren, im zweiten Spiel gegen die Australierinnen Mariafe Artacho/Nicole Laird schon unter Druck.

 

COPYRIGHT by Schweizerische Depeschenagentur AG (sda/ats), Bern

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Kategorie: Rio Beach