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Bebende Copacabana - Gold für Brasilien im Beachvolleyball

Das Beachvolleyball-Turnier war einer der Höhepunkte dieser Olympischen Spiele - mit einem krönenden Abschluss aus Sicht der brasilianischen Gastgeber. Alison/Bruno Schmidt holten sich im Final gegen die Italiener Paolo Nicolai/Daniele Lupo "ihre" Goldmedaille ab.

Als Alison und Bruno Schmidt nach nur 45 Minuten Spielzeit gleich den ersten Matchball verwerteten, gab es kein Halten mehr. Die beiden brasilianischen Helden wussten kaum, wie ihnen geschah. Die 12'000 Fans, die ihr Duo davor im strömenden Regen frenetisch angepeitscht hatten, tanzten. Die Copacabana bebte in dieser Nacht.

 

Symptomatisch die Szene, wie Bruno Schmidt als erstes auf die Tribüne kletterte und sich dort von Familie, Freunden und vielen Unbekannten umarmen und feiern liess. Die Weltmeister hatten die Goldmedaille nicht nur für sich gewonnen, sondern im übertragenen Sinn für das ganze Land.

 

Nur Gold zählte für Brasilien im Beachvolleyball. Und nachdem die beiden Frauenduos nicht reüssiert hatten, mussten die Männer die Kohlen aus dem Feuer holen. Alison/Bruno Schmidt hielten dem Druck stand und erfüllten die riesigen Erwartungen mit einem zwar knappen, am Ende aber verdienten Sieg in zwei Sätzen (21:19, 21:17).

 

"Ich habe die letzten Tage kaum geschlafen. Ich spürte noch nie in meinem Leben einen solchen Druck, einen Druck, den wir auch uns selber auferlegten", sagte ein aufgelöster Bruno Schmidt. Der Neffe des legendären brasilianischen Basketballers Oscar Schmidt - dieser hatte an der Eröffnungsfeier vor zwei Wochen die olympische Flagge ins Stadion getragen - sorgte im Final mit seinem effizienten Abwehrspiel für den Unterschied.

 

Seit 2014 bilden der 29-jährige Bruno Schmidt und sein ein Jahr älterer Partner Alison ein Team. "Seit dem ersten Tag arbeiteten wir auf dieses Ziel hin. Dass wir es nun geschafft haben, ist einfach nur grossartig und überwältigend", freute sich Bruno Schmidt. In den letzten Jahren arbeiteten sich die beiden Brasilianer zum weltbesten Duo hoch. Sie waren als Topfavoriten angetreten, obwohl sie in diesem Jahr vor Rio "nur" ein Grand-Slam-Turnier gewonnen hatten.

 

Eine Genugtuung war die Goldmedaille auch für Alison. Der Blocker mit italienischen Wurzeln war vor vier Jahren in London am Druck noch zerbrochen und hatte an der Seite von Emanuel bloss Silber gewonnen. Nun hat er sich revanchiert. "In London gelangen mir nicht die besten Partien. Mit Bruno lernte ich, wie ich zu meinem besten Spiel finde", so Alison.

 

Die brasilianischen Fans bejubelten vor allem Alison. Der 2-Meter-Hüne war es auch, der im spannenden, aber nicht unbedingt hochklassigen Final mit seinem Block die entscheidenden Punkte buchte. Den ersten Satz schloss Alison mit einer solchen Abwehraktion ab. Im zweiten Durchgang brach ein weiterer Block zum 16:14 den Widerstand der beiden Italiener.

 

Alison/Bruno sicherten den Brasilianern im sechsten olympischen Beachvolleyball-Turnier erst zum zweiten Mal die Goldmedaille. Bisher waren erst die legendären Ricardo/Emanuel 2004 in Athen Olympiasieger geworden.

 

Aber auch Nicolai/Lupo, die im Frühling in Biel zum zweiten Mal nach 2014 den EM-Titel gewonnen haben, können mit dem Abschneiden in Rio zufrieden sein. Sie sind nach den Spaniern Bosma/Herrera (Silber 2004) und den Deutschen Brink/Reckermann (Gold 2012) erst die dritten Europäer, die in einen Olympia-Final eingezogen sind.

 

Bronze gewannen die Niederländer Alexander Brouwer/Robert Meeuwsen. Die Weltmeister von 2013 setzten sich im Spiel um Platz 3 gegen die Russen Wjatscheslaw Krassilnikow/Konstantin Semenow mit 23:21, 22:20 durch und sicherten ihrem Land die erste olympische Medaille im Beachvolleyball.

 

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Kategorie: Rio Beach