Pax VolleyCup Final 2010 
Favoriten setzten sich klar durch
Cupsiege für Lausanne und Voléro Zürich
von Sandro Mühlebach (Si), Bern
(Si) Bei den Volleyball-Cupfinals in Bern sind die Überraschungen ausgeblieben. Die Männer von Lausanne setzten sich gegen Lugano ebenso problemlos 3:0 durch wie die Frauen von Voléro Zürich gegen Neuchâtel UC.
So stimmungsvoll die Atmosphäre auf den Tribünen, so eindeutig verliefen die beiden Finals. Die Aussenseiter aus Lugano und Neuenburg schafften es nicht, die Favoriten in der propenvollen Wankdorfhalle vor über 3000 Zuschauern ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Lausanne und Voléro setzten damit die Tradition der einseitigen Cupfinals fort. Letztmals hatte im Jahr 2000 ein Final in fünf Sätzen geendet.
Lugano vermochte Lausanne nur im ersten Satz einigermassen zu fordern. Doch nach dem 24:26 brachen die Tessiner auseinander. 25:14 und 25:15 lauteten die Resultate in den folgenden Durchgängen zu Gunsten Lausannes, das sich den dritten Cuptitel nach 1995 und 2008 holte. Christophe Augsburger blockte nach 74 Minuten einen Tessiner Angriff erfolgreich und beendete so die Partie.
Der Mann des Spiels war zweifellos Carlos Guerra. Der Mexikaner, der einst auch Näfels zu Titelehren geführt und auf diese Saison hin von Münsingen ins Waadtland gewechselt war, überzeugte im Angriff und im Service. Zusammen mit seinem Landsmann Leonardo Manzo drückte er dem druckvollen Spiel von LUC den Stempel auf. Lausannes französischer Trainer Frédéric Trouvé war aber nicht nur mit seinen beiden Mexikanern, sondern mit dem ganzen Team zufrieden: "Wir sind heute vor allem auch als Kollektiv stark aufgetreten und können mit unserer Leistung mehr als zufrieden sein."
Bei Lugano zahlten sich die kurzfristigen Transfers von Goran Bjelica (Ser) und Passeur Colin Jaggard (Ka), der sein Debüt gleich im Cupfinal gab, letztlich nicht aus. Nach dem guten ersten Satz brachen die Tessiner regelrecht ein. Trainer Marcel Rechsteiner sprach von einer "Spielweise der Fanatsie". Man habe alles vergessen, was man sich vorgenommen und im ersten Satz auch habe umsetzen können. Trotzdem blickte er versöhnlich zurück: "Nach unserem schlechten Saisonstart können wir mit dem Vorstoss in den Cupfinal zufrieden sein, obwohl wir nun klar verloren haben."
Im Frauenfinal lagen die Sympathien im Publikum zwar eindeutig auf Seiten der Neuenburgerinnen, auf dem Feld jedoch hatte der Aufsteiger wie erwartet wenig zu bestellen. Voléro war Neuchâtel in allen Belangen überlegen. Immerhin gelang es "NUC", den klaren Favoriten vor allem im dritten Satz etwas zu fordern. 18:19 ging die Equipe von Trainer Philipp Schütz in Führung, ehe sich die Zürcherinnen in der "Verlängerung" doch noch 26:24 durchsetzten. Captain Jovana Vesovic (Ser) verwertete nach 69 Minuten den zweiten Matchball.
Voléro hat damit den ersten Schritt zur geplanten Rückkehr an die nationale Spitze realisiert. Nach den vier Double- Gewinnen in Serie zwischen 2005 und 2008 stehen die Chancen für die Zürcherinnen gut, dass sie in dieser Saison zum fünften Mal nach dem Cup- auch den Meistertitel holen. Trainerin Svetlana Ilic war denn auch zufrieden mit ihrem Team. "Wir haben uns gut auf unsere Aufgabe vorbereitet und haben den Job zu 100 Prozent erledigt", freute sich die Serbin. Erstaunlich: Trotz des jungen Alters -- das Durchschnittsalter der Stammsieben betrug nur etwas mehr als 20 Jahre -- wirkten die Zürcherinnen erstaunlich abgeklärt.
Für Neuchâtel UC war der Cupfinal nur ein Jahr nach dem Aufstieg in die NLA der unerwartete Höhepunkt der Saison. Mehr als eine "ehrenvolle" Niederlage lag für die Neuenburgerinnen jedoch nicht drin. Dementsprechend hielt sich die Enttäuschung in Grenzen: "Wir können mit unserer Leistung zufrieden sein", sagte Trainer Philipp Schütz. "Im dritten Satz spielten wir phasenweise über unserem 'normalen' Level. Leider reichte es nicht zum Satzgewinn." Ab dem kommenden Wochenende treffen die beiden Teams im Playoff-Halbfinal wieder aufeinander. 








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